PEKiP® in Walzbachtal

Was ist PEKiP®?

 

Die Abkürzung PEKiP steht für Prager-Eltern-Kind-Programm und ist ein Angebot für Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr. PEKiP versteht sich als Gruppenarbeit zur Entwicklungsbegleitung und unterstützt Eltern und Kinder in dem sensiblen Prozess des Zueinanderfindens. Im Mittelpunkt stehen dabei Anregungen, die dem Entwicklungsstand Ihres Kindes entsprechen und es auf seinem Weg durch das erste Lebensjahr unterstützen sollen. Im intensiven Kontakt mit Ihrem Kind, frei von Alltagsstress und Zeitdruck, können Sie beobachten, wie Ihr Kind auf Anregungen eingeht, was ihm Spaß macht und wann es vielleicht auch mal lieber nur das Zusammensein mit Ihnen genießen möchte. Im PEKiP werden einfache Spielmaterialien eingesetzt. Es werden alle Sinne des Kindes auf unterschiedliche Weisen angeregt. Die Kinder sammeln Eindrücke und Erfahrungen, erleben sich selbst als jemand, der etwas bewirken kann. Sie erleben aber auch Gleichaltrige und lernen, spielerisch ihr Umfeld zu erkunden. Beim gemeinsamen Entdecken und Erkunden steht der Kontakt zwischen Eltern und Kind, später auch zunehmend der Kinder untereinander, im Mittelpunkt. Der intensive Austausch prägt und stärkt nachhaltig die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Eine sichere und stabile Bindung, die durch diese Arbeit unterstützt wird, ist eine wichtige Basis für das spätere Leben und Zusammenleben mit Ihrem Kind.

 

Liegen auf Unterarm

 

Was PEKiP®nicht ist

PEKiP® ist kein(e):

Die aufgeführten Dinge sollen an dieser Stelle nicht be- oder sogar verurteilt werden. Lediglich der Unterschied zu PEKiP soll verdeutlicht werden!

 

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Ziele von PEKiP®

  1. Förderung der Eltern-Kind-Beziehung
    PEKiP unterstützt den Aufbau einer positiven Beziehung zwischen Eltern und Kind durch gemeinsames Erleben von Bewegung, Spiel und Freude. Die Eltern werden zu gezielter Beobachtung ihrer Kinder angeregt, wodurch sie deren Bedürfnisse besser wahrnehmen und angemessen darauf reagieren können.
  2. Unterstützung des Kindes in seiner Entwicklung
    Das Baby ist kompetent, eigenständig Tempo, Wege und Ziele seiner Entwicklung zu bestimmen. Die Bewegungsspiele stellen eine aktive Lernform dar, in der das Baby mit seinen Kompetenzen und Bedürfnissen das Spielangebot bestimmt.
  3. Förderung des Erfahrungsaustausches unter den Eltern
    PEKiP bietet den teilnehmenden Erwachsenen in der Gruppe die Chance, sich einen Hintergrund für viele Erziehungsentscheidungen zu schaffen. Es werden Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht, sodass mit diesem situations- und erfahrungsbezogenen Ansatz eine praktische Weiterbildung der Eltern möglich wird.
  4. Unterstützung der Kontakte der Kinder untereinander
    PEKiP bietet Kindern im ersten Lebensjahr die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein und erste soziale Kontakte im Beisein ihrer Eltern zu knüpfen. Durch die regelmäßigen Treffen entsteht eine Vertrautheit der Babys zu anderen Erwachsenen.

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PEKiP®-Standards

 

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PEKiP®-Gruppenstunde

Zu einer PEKiP-Gruppe gehören maximal acht möglichst gleichaltrige Babys mit ihrer Bezugsperson (meist Mutter oder Vater). Sie treffen sich einmal die Woche für 1 ½ Stunden. Die Kinder sind während der Gruppenstunden nackig, so können sie sich frei und spontan bewegen. Der Raum ist entsprechend warm. PEKiP bezieht sich auf das gesamte erste Lebensjahr und wird in Kursform zu 3-4 Blöcken à 10 Terminen angeboten. Ein Zusammenbleiben der Gruppe über diesen Zeitraum ist wünschenswert, aber nicht zwingend. Entscheidet sich z.B. eine Familie dazu, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, kann sie am Ende eines Blockes ausscheiden. Dieser Platz könnte dann neu besetzt werden.
Die einzelne PEKiP-Stunde verläuft so, dass erst einmal alle ankommen, die Babys werden ausgezogen und anschließend wird mit einem Begrüßungslied und einer kurzen Gesprächsrunde gestartet. Im weiteren Verlauf der Stunde geht es um Anregungen, die dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechen. Diese können als Gruppen- und/ oder als individuelle Anregungen vermittelt werden. Die individuelle Befindlichkeit Ihres Kindes ist dabei von zentraler Bedeutung. Ein schlafendes Kind wird in der Gruppenstunde nicht geweckt und einem hungrigen Kind soll dieses Bedürfnis erst einmal gestillt werden. Denn Lernen und neue Erfahrungen sind erst möglich, wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind. Erst wenn das Kind aufnahmefähig und bereit ist, sich auf Angebote einzulassen, ist es Zeit für das gemeinsame Spiel. In den Ruhephasen Ihres Kindes haben Sie die Möglichkeit, die anderen Kinder zu beobachten. Sie werden feststellen, dass jedes Kind seine eigenen Gewohnheiten und Eigenschaften hat, die es einzigartig machen. Dies wiederum führt dazu, dass Sie auch an Ihrem Kind diese persönlichen Eigenschaften klarer entdecken und akzeptieren können. In den Gruppenstunden werden auch Zeiten eingeräumt, in denen sich die Eltern unterhalten und austauschen können. Wir werden Themen, die aus der Gruppe eingebracht werden, gemeinsam besprechen. Hierdurch kommen unterschiedliche Lösungswege zum Vorschein. Ich als Gruppenleiterin werde bei Bedarf fachliche Informationen beisteuern. Bei Bedarf ist es möglich, zu einem bestimmten Thema einen vertiefenden Elternabend zu gestalten.

 

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Historische Entwicklung

Der Kinderarzt und Psychologe Dr. Jaroslaw Koch arbeitete und forschte zwischen 1955 und 1978 an dem Prager „Institut für Mutter und Kind“. Er beobachtete Mütter und ihre Kinder und folgte der Frage, welche Anreize für die Entwicklung eines Kindes wichtig sind. Seiner Ansicht nach mangelt es den Kindern an Bewegungsmöglichkeiten, und zwar von Geburt an. Sie werden über einen langen Zeitraum in Kinderwägen oder Wiegen gelegt und auch durch Kleidung und Windeln eingeengt und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Ein Lagewechsel jedoch und die Anpassungen an die Bewegungen der Mutter, wenn sie ihr Kind trägt, sind Bewegungsstimulationen für das Baby, die für seine Entwicklung wichtig sind. Das Ergebnis der Forschungen von Koch war, dass sich Kinder, mit denen sich beschäftigt und regelmäßig gespielt wurde und die selbst aktiv wurden, besser entwickelten als eine Kontrollgruppe, mit denen auf herkömmliche Art umgegangen wurde.
1964 entstand auf einem Kongress in Wien ein Kontakt zwischen der aus Deutschland kommenden Sozialpädagogin Christa Ruppelt und Jaroslaw Koch. Die Ideen und Ansätze Kochs faszinierten Christa Ruppelt und zusammen mit anderen Mitstreiterinnen und ihrem Mann Prof. Dr. Hans Ruppelt entwickelte sie 1973 ein gruppenpädagogisches Konzept, das 1978 zu seinem Namen Prager-Eltern-Kind-Programm kam. 1973 wurde in Bochum von Fr. Ruppelt die erste PEKiP-Gruppe angeboten. In den ersten Jahren wurde sie von ihrem Mann, der als Erziehungswissenschaftler an der Gesamthochschule Wuppertal tätig war, wissenschaftlich begleitet. Das Programm wird seither immer weiter entwickelt und neue Ideen werden eingeflochten. 1988 kam es zur Gründung des PEKiP-Vereins, seit 1992 ist der Name PEKiP patentrechtliche geschützt. Deshalb dürfen PEKiP-Gruppen auch nur von speziell ausgebildeten PEKiP-GruppenleiterInnen angeboten werden.

 

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